Binance schildert Angriff nach falschem Vorstellungsgespräch

Ein erster Bericht von Binance beschreibt ein falsches Bewerbungsgespräch, kompromittierte Geräte und den Missbrauch des Wallet-Signierdienstes. Auszahlungen weiterer Vermögenswerte werden schrittweise freigegeben.

Illustration eines falschen Online-Vorstellungsgesprächs, schädlichen Codes, eines kompromittierten Wallet-Signierdienstes und schrittweise freigegebener Auszahlungen

Binance zufolge nutzten Angreifer ein falsches Bewerbungsverfahren und kompromittierte interne Systeme vor dem Sicherheitsvorfall vom 29. Oktober, der digitale Vermögenswerte im Wert von rund 6,34 Milliarden US-Dollar betraf. Der Bericht vom 3. November ist vorläufig; die Untersuchung läuft und unabhängige Sicherheitsfachleute sollen die Ergebnisse prüfen.

Vom Bewerbungsgespräch zum Signierdienst

Laut Binance wurde ein Entwickler im September über eine Jobplattform kontaktiert und lud beim zweiten Gespräch eine schädliche Programmieraufgabe auf seinen Arbeitscomputer. Am 20. Oktober nutzten die Angreifer diesen Rechner und ein internes KI-Werkzeug, um zwei weitere Entwickler zu kompromittieren. Am 29. Oktober gelangten sie mit gestohlenen Zugangsdaten über einen Container an einen Wallet-Signierdienst. Dies sind Angaben des Unternehmens, keine abschließende unabhängige Untersuchung.

Warum der Auszahlungsstopp nicht genügte

Binance zufolge nutzten die Angreifer Ethereums EIP-7702, um einem von ihnen kontrollierten Vertrag teilweise Ausführungsrechte über eine Hot Wallet zu geben. Die On-Chain-Autorisierung blieb unabhängig vom normalen Auszahlungssystem bestehen; ein Stopp widerrief sie nicht automatisch. Binance meldet ihre Löschung am 30. Oktober um 00:10 UTC. Die Sicherheitsgruppe GCSA warnt nach Prüfung ausgewählter Ethereum-Transaktionen: Eine gültige Signatur allein belegt weder einen gestohlenen privaten Schlüssel noch das auslösende interne System. Ihre Analyse war kein vollständiges netzübergreifendes Audit.

Unterschiedliche Angaben zur Auffüllung

Binance beziffert eingefrorene oder abgefangene Vermögenswerte auf rund 2,85 Milliarden US-Dollar, vorbehaltlich Abgleich und Preisschwankungen. Eingefroren bedeutet nicht zurückerlangt. Der Bericht vom 3. November nennt 98 % aufgefüllte betroffene Token zum 31. Oktober; das Update vom 2. November nannte rund 95 % des betroffenen Betrags. Zeitpunkt oder Berechnungsgrundlage sind ungeklärt; keine Zahl ist eine unabhängig bestätigte Rückgewinnungsquote.

Weitere Auszahlungen werden freigegeben

Die nächste Phase sollte laut Binance am 3. November um 04:00 UTC beginnen; Netzwerk- und Vermögenswertekombinationen werden nach Sicherheitsprüfungen schrittweise freigegeben. Später bestätigte Binance die Wiederöffnung für ausgewählte Vermögenswerte auf Ethereum und Solana, nicht aber für die vollständige Liste. Verfügbarkeit und Bearbeitungszeit können variieren; Nutzer sollten ihre Kombination auf der offiziellen Auszahlungsseite prüfen. Binance.US wird getrennt betrieben.

Quellen

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